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Fridays for Future: An den Klimademonstrationen nehmen von Jung bis Alt inzwischen immer mehr Leute teil.
1/2 Bild: sro Fridays for Future: An den Klimademonstrationen nehmen von Jung bis Alt inzwischen immer mehr Leute teil.
Aline Geisser, Klimagruppe Wattwil.  zVg
2/2 Aline Geisser, Klimagruppe Wattwil. zVg
02.10.2019 06:06

«Wir wollen auch konkrete Lösungsideen aufzeigen»

Die Klimagruppe Wattwil hat in einem offenen Brief Forderungen an den Gemeinderat gestellt. Medienverantwortliche Aline Geisser erklärt, was sich die Gruppe davon erhofft.

Aline Geisser, wie ist die Klimagruppe entstanden?

Viele Mitglieder der Gruppe sind Kantischülerinnen und -Schüler und haben sich im Rahmen von Klimademonstrationen getroffen. Mit der Zeit haben sich Gruppenchats gebildet und es konnten verschiedene Aktionen an der Kanti Wattwil durchgeführt werden, damit hat sich langsam eine Gruppe gebildet. Grundsätzlich sind wir aber nicht alle an der Kanti, einige absolvieren auch eine Lehre oder sind bereits ausgelernt.

Am 31. August fand die erste Klimademonstration im Toggenburg statt. Was sind ihre Eindrücke?

Wir haben positive Erfahrungen gemacht. Wir haben nur mit 50 Teilnehmenden gerechnet, gekommen sind aber am Schluss rund 150 Leute. Leider verlief die bewilligte Strecke entlang Seitenstrassen, diese Route war aus unserer Sicht nicht ideal. Trotzdem war die Demo ein Erfolg, die Stimmung war grossartig und es nahmen Menschen aus allen Generationen teil.

Sie haben einen offenen Brief an die Gemeinde Wattwil geschrieben. Was erhofft sich die Klimagruppe davon?

Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, nachdem wir die Demo gemacht haben. Es wurde über die Demo in den Zeitungen geschrieben, doch die Gemeinde hat nicht darauf reagiert. Nun haben wir klare Forderungen formuliert und sind damit auf die Idee gekommen, einen offenen Brief zu schreiben.

Was sind die konkreten Forderungen?

Wir wollen unter anderem, dass die Gemeinde Wattwil die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2030 auf netto 0 senkt. Auch das klimagerechte Handeln ist eine wichtige Forderung. Es sollen Fördergelder für finanzschwächere Einwohner bereitgestellt werden, die gerne Massnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen ergreifen würden. Zudem soll die Gemeinde den Klimanotstand ausrufen und damit die Klimakatastrophe als zu bewältigende Krise anerkennen.

Die Gemeinde soll ihrer Meinung nach den Klimanotstand ausrufen, was würde das bringen?

Ein Klimanotstand hat eine symbolische Wirkung. Wir sagen damit, dass wir das Problem anerkennen und Lösungen brauchen. Zudem bewirkt es, dass wir alles daransetzten, die Klimakrise zu bewältigen und zum Beispiel nicht noch mehr klimaschädliche Gesetzte verabschieden.

Die Gemeinde Wattwil und andere Toggenburger Gemeinden sind mit dem Label Energiestadt ausgezeichnet. Wattwil engagiert sich zudem beim Bike-Sharing Projekt carvelo2go. Im Vergleich zu anderen Regionen solltet ihr mit dem Toggenburg doch recht zufrieden sein.

Natürlich sind diese Dinge ein guter Anfang, es wird Gutes für das Klima gemacht. Wir sind aber allgemein noch nicht zufrieden, aus unserer Sicht reicht das noch lange nicht. Die Durchschnittstemperatur wird auch in der Schweiz noch ansteigen. Deshalb muss noch mehr gemacht werden, auch wenn schon einige gute Sachen umgesetzt werden.

Was sind ihre nächsten Ziele?

Wir werden ziemlich sicher wieder Demonstrationen organisieren. Wir wollen aber nicht nur auf die Strasse gehen, sondern auch andere Aktionen durchführen. Es geht darum, dass wir als Gruppe zusammenkommen und Ideen sammeln. Wir wollen nicht nur sagen, was falsch läuft, sondern auch konkrete Lösungsideen aufzeigen. Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir da sind und helfen wollen.