Bereinigungen wie hier nach Sturm «Burglind» in Wattwil gehören neu ebenfalls zu Remo Zieglers Aufgaben. (Archivbild, 21. April 2018)
1/3 Bereinigungen wie hier nach Sturm «Burglind» in Wattwil gehören neu ebenfalls zu Remo Zieglers Aufgaben. (Archivbild, 21. April 2018)
Remo Ziegler hat als Betriebsleiter auch administrative Aufgaben zu erfüllen.
2/3 Remo Ziegler hat als Betriebsleiter auch administrative Aufgaben zu erfüllen.
Bild: zVg
Remo Ziegler ist neuer Revierförster der Waldregion 5 Toggenburg."
3/3 Bild: zVg Remo Ziegler ist neuer Revierförster der Waldregion 5 Toggenburg."
09.10.2019 06:00

«Der Wald war schon immer mein Ding»

Lichtensteig Das Toggenburg hat einen neuen Revierförster: Seit dem 1. Oktober wirkt Remo Ziegler in der Waldregion 5. Tief gehende Änderungen im Forstbetrieb habe er nicht geplant, sagt Ziegler. Remo Ziegler ist am 7. Oktober im Schuss. Bereits früh Morgens hat er seine Mitarbeiter im Betriebsstützpunkt «Burg» instruiert, nun um acht Uhr trifft man ihn im Wattwiler Försterbüro an. «Heute haben wir mit einer Sicherheitsholzhauerei an einer Strasse begonnen», erklärt der gut gelaunte 29-Jährige. Für Ziegler ist es ein flotter Einstieg in eine neue Position: Per 1. Oktober nahm er die Arbeit als Revierförster und Betriebsleiter im Revier Lichtensteig auf, am 4. Oktober fand seine Diplomfeier der Försterschule statt, nun geht es richtig zur Sache. Ihm zur Seite steht ein junges Team aus drei Forstwarten und einem Lehrling. «Es ist für mich super, mit diesem Team zusammen zu arbeiten», sagt er. Denn auch wenn er dieses Jahr bereits drei Monate im Rahmen seiner Praktika in der Waldregion 5 gearbeitet habe, wolle er noch tiefer in den hiesigen Wald reinfinden.

Am liebsten in der Natur

In Gossau aufgewachsen, lebt Remo Ziegler heute in Herisau. Nach der Schule lernte er Zimmermann, arbeitete drei Jahre auf dem Beruf. Später orientierte er sich neu und absolvierte die Zusatzlehre zum Forstwart. Nach zwei Jahren im Beruf folgte die Försterschule HF am Bildungszentrum Wald in Maienfeld. Ende 2018 wählte ihn der St. Galler Waldrat zum Revierförster. Nun betreut er Wälder in den Gemeinden Wattwil, Lichtensteig und Oberhelfenschwil und hat auch die Leitung des Forstbetriebs der Ortsgemeinde Lichtensteig inne.

«Der Wald war schon immer mein Ding», schmunzelt Ziegler. Nach seinem Abschluss als Forstwart baute er etwa in Schweden drei Monate lang ein Blockhaus auf, das nun von einem Verein als Ferienhaus vermietet wird. Er befindet sich zur Zeit in der Jägerausbildung, und nächstes Jahr möchte er gerne seinen Urlaub in den Wäldern Kanadas verbringen. Damit nicht genug, ist Ziegler als passionierter Bergsteiger Mitglied des SAC und hat auch die Ausbildung zum Tourenleiter gemacht. «Die Natur ist allgemein das, wo ich am liebsten bin.»

Keine grossen Änderungen

Remo Ziegler übernimmt den Betrieb von Roman Brazerol. Der bisherige Revierförster fand in seiner alten Heimat Elgg (ZH) ein neues berufliches Zuhause. Grosse Änderungen an den Ansätzen seines Vorgängers plant Ziegler nicht. «Roman Brazerol hatte ja schon gewisse Anpassungen im Betriebsablauf vorgenommen», erklärt er. Das aktuelle Wissen, das jüngere Förster aus der heutigen Ausbildung mitbringen, sei in der Waldregion 5 bereits gut etabliert. Er werde Brazerols Optimierungen an den Prozessen sicher weiterführen, aber nicht auf den Kopf stellen. Eventuell werde aber das Holzen weiter zurückgefahren, meint er. Denn der Verkauf falle den Schweizer Forstbetrieben immer schwerer: «Der Holzpreis ist so tief wie noch nie zuvor.»

Ziegler sieht eine mögliche Lösung des Problems darin, die anderen vergüteten Funktionen eines Waldes zu fördern – er sei ja nicht nur zur Holzgewinnung da, sondern auch zum Schutz, zur Erholung oder zur Pflege einer intakten Biosphäre. Ein besonderes Augenmerk legt er auf die Steigerung der Biodiversität. «Hier liegt ein sehr grosses Potential vor, zum Beispiel mit Altholzinseln und Waldrändern.» Mit solchen Inseln könne man die Artenvielfalt von Pilzen, Insekten und anderen Tieren erweitern. Nun steht aber zuerst der Winter und der Sicherheitsholzschlag an Strassen und Wanderwegen an. Remo Ziegler freut sich auf die Zusammenarbeit mit seinem Team. «Alle sind vom Beruf begeistert, sie machen ihn mit Leidenschaft.»

Sascha Erni