In der Spar-Filiale in Benken werden ab Herbst Dienstleistungen der Post angeboten. mar
1/1 In der Spar-Filiale in Benken werden ab Herbst Dienstleistungen der Post angeboten. mar
12.02.2020 09:00

Filialen mit Partnern: Die Post ist im Wandel

Benken/Wagen Immer mehr Postfilialen schliessen die Tore. Stattdessen kooperiert die Post vermehrt mit Supermärkten, in denen Postgeschäfte abgewickelt werden können. Dies kann Vor- aber auch Nachteile mit ich bringen, wie aktuelle Veränderungen in der Region zeigen.

Immer weniger Kundinnen und Kunden haben in den letzten Monaten die Dienstleistungen der Benkner Postfiliale in Anspruch genommen. Laut Thomas Schifferle, Mediensprecher der Post, werden «postalische Dienstleistungen immer häufiger mobil, unterwegs und am liebsten rund um die Uhr» beansprucht. Die Postfiliale weiter zu betreiben mache nur wenig Sinn. Trotzdem soll die Versorgung der Gemeinde weiterhin aufrecht erhalten werden. Die Post suchte deshalb nach einer anderen Lösung, dem Dorf diese Dienstleistungen anzubieten. Unter anderem wurden Gespräche mit den Gemeindevertretern geführt. Schliesslich wurde man beim Spar Supermarkt fündig: Dort soll voraussichtlich im Herbst eine sogenannte «Filiale mit Partner» entstehen. Das bedeutet, dass praktisch alle Postdienstleistungen im Supermarkt angeboten werden. «Bis dahin bleibt die Filiale in Benken geöffnet», versichert der Mediensprecher.

Längere Öffnungszeiten

Die Postfiliale im Supermarkt stehe laut der Aufsichtsbehörde PostCom im Einklang mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Eine gute Versorgung an Postangeboten sei damit gewährleistet. Kunden hätten dadurch sogar einen grossen Vorteil gegenüber dem bisherigen Angebot: Der Supermarkt hat länger geöffnet als die Poststelle. «Die deutlich längeren Öffnungszeiten verbunden mit dem breiten Postangebot sind für unser Dorf wichtig», erklärt Heidi Romer, Gemeindepräsidentin von Benken. Und auch für den Supermarkt bietet das Modell Vorteile. «Für den Partner kann es zu einem Kundenzuwachs kommen. Das heisst, der Postkunde erledigt seine postalischen Geschäfte und kauft allenfalls noch Lebensmittel ein. Der Partner wird zudem für das Postgeschäft entschädigt», so Schifferle.

Nur noch sechs Postfilialen

Das Konzept ist erfolgreich. Bereits an über 1100 Standorten in der Schweiz arbeitet die Post mit lokalen Geschäften zusammen. Der Benkner Spar wird das elfte Geschäft der Planungsregion Zürichsee-Linth sein, dass mit der Post kooperiert. Zusätzlich existieren weitere Angebote wie PickPost-Stellen und My-Post-24-Automaten. Dem gegenüber stehen sechs herkömmliche Postfilialen. Die Postfiliale, wie man sie früher in jedem Dorf angetroffen hat, scheint allmählich zu verschwinden. «Die sinkenden Zahlen im Kerngeschäft sprechen eine deutliche Sprache und die Abnahme dürfte sich in Zukunft weiter verschärfen.» Ganz auf alle Filialen verzichten möchte die Post aber nicht: «Die Post bekennt sich klar zu den eigenbetriebenen Filialen. Sie bilden das Rückgrat des Postnetzes.» Schweizweit werde die Post in Zukunft rund 800 bis 900 Filialen betreiben. Die Anzahl Partnerfilialen soll auf etwa 1200 bis 1300 erhöht werden. Das Partnermodell bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich. So war beispielsweise unklar, wie die Postversorgung von Ricken gewährleistet werden kann, nachdem Denner ankündigte, die Filiale in Ricken zu schliessen. Bereits seit 2014 lief die Postversorgung über den Denner-Satellit. Schliesslich konnte die Post den Spar mini als Partner gewinnen, der auf den Denner folgte (siehe See & Gaster Zeitung vom 5. Februar 2020).

Partner schliesst das Geschäft

Ähnliches zeigt sich aktuell bei der Himmlisch blumig GmbH in Wagen. Seit Herbst 2017 wurden dort Dienstleistungen der Post angeboten. Doch jetzt schliesst die Himmlisch blumig GmbH das Geschäft in Wagen. Zwar werde der Briefeinwurf bei Himmlisch blumig weiterhin täglich geleert, doch ab dem 29. Februar werden im Laden keine Postgeschäfte mehr abgewickelt. Die Post ist darum bemüht, die postalische Grundversorgung von Wagen sicherzustellen. «Es laufen Gespräche mit verschiedenen potentiellen Interessenten. Dabei stehen wir mit verschiedenen Branchen in Kontakt», sagt Schifferle. Bisher konnte jedoch noch kein Ersatz gefunden werden. Ab 1. März müssen für Postgeschäfte umliegende Poststellen aufgesucht werden.

Manuel Reisinger